Von der Vision zur Umsetzung: Wie PAUL in Richtung Nachhaltigkeit steuert

Una Sprenger engagiert sich seit zwei Jahren bei PAUL Consultants und gestaltet den Verein seither aktiv mit. Sie studiert Molekulare Biotechnologie und setzt sich besonders für das Thema Nachhaltigkeit bei PAUL ein, welches insbesondere während der vergangenen Monate zu einem wichtigen Bestandteil in den Vereinsstrukturen geworden ist.

Warum bist du zu PAUL gekommen?

Ich habe zu Beginn meines Studiums nach Menschen gesucht, die engagiert sind, die Lust haben, Dinge umzusetzen und die Welt zu verändern. Solche Menschen finde ich sehr inspirierend und mitreißend, da man gemeinsam wirklich etwas bewegen kann.
Außerdem wollte ich Grundlagen im Bereich Wirtschaft erlernen, weil diese später in der Arbeitswelt in der Wirtschaft, oder in einer Führungsposition essentiell sind.
Ich könnte mich natürlich auch einfach in eine solche Vorlesung setzen, aber die Lernkurve steigt schneller, wenn ein praktischer Bezug vorhanden ist. Dieses angewendete Wissen werde ich später brauchen.

Auf welche Art und Weise hat dich PAUL bisher persönlich und fachlich bereichert?

Fachlich habe ich in den zwei Projekten, die ich bearbeiten durfte, unheimlich viel gelernt. Eines war zum Thema Marketing, das andere eine Marktanalyse. Bei letzterem habe ich beispielsweise gelernt, wie ich richtig recherchiere oder am effektivsten Telefonakquise betreibe. Zusätzlich war ich Projektleiterin und habe damit einen komplett anderen Einblick in eine Leitungsposition bekommen. Ich habe vorher bereits kleinere, ehrenamtliche Projekte geführt, aber es ist schon ein Unterschied, in der Verantwortung für ein bezahltes Projekt zu stehen.
Ansonsten habe ich mich fachlich, durch PAUL auch in Richtung Nachhaltigkeit weitergebildet. Dieses Thema finde ich sehr spannend, würde mir aber allein nicht die Zeit nehmen, es zu vertiefen. Bei PAUL gab es konkrete Anlässe, beispielsweise erstellte ich eine Schulung und baute mir dadurch selbst den nötigen Druck auf.
Auf persönlicher Ebene glaube ich, dass sich bei PAUL die eigenen Stärken und Schwächen deutlicher herauskristallisieren. Der Verein ist eine Charakterbildungsphase, die man durchläuft. Durch meine Zeit bei PAUL habe ich zum Beispiel gelernt, dass mir Projekte sehr liegen und ich darauf Lust habe. Dieses Realisieren kann auch Konsequenzen für das zukünftige Leben haben, beispielsweise entscheide ich auch im beruflichen Bereich jetzt anders als in meiner Zeit vor PAUL, da ich verstanden habe, was meinen Stärken entspricht. Hier hat mir die aktive Feedback-Kultur sehr geholfen.

Vor Kurzem hat das erste “Cleanup Elbwiesen” Event, eine Müllsammelaktion, stattgefunden. Was konnten die Teilnehmer damit bewegen?

Wir haben einen rund zwei Kilometer langen Bereich der Elbwiesen von den Verschmutzungen gesäubert. Das hat zum einen die unmittelbare Folge, dass die Elbe dadurch sauberer ist und Plastik nicht in unsere Umwelt gelangt und z.B. weniger Mikroplastik entsteht, dessen Auswirkungen in der Öffentlichkeit bekannt sind. Aber es hat auch den Hintergedanken, dass die Leute, die einmal bei einer Elbwiesenreinigung mitgemacht haben und Müll gesammelt haben, dann auch automatisch diejenigen sind, die nie wieder selbst Müll liegen lassen, da sie wissen, wie viel Arbeit das macht und auch, wie unangenehm es sein kann. Weiterhin stärkt es natürlich auch das Thema Nachhaltigkeit bei PAUL. Solche Aktionen machen dieses auch Personen, die nicht zu der Aktion selber kommen, präsenter und verändern vielleicht auch deren Einstellung.

Vor einem halben Jahr haben wir bereits berichtet, welche Ziele sich PAUL hinsichtlich Nachhaltigkeit setzt. Welche Fortschritte konnte PAUL seitdem verzeichnen? Was konntest du anregen?

Seitdem hat sich sehr viel bewegt, vor allem sind nun die Grundlagen geschaffen. Zum Beispiel nutzten wir in den letzten Schulungen keine Plastikbecher mehr, sondern Tassen und bitten auch bei Grillabenden um eigene Teller und Besteck. Weiterhin nutzen wir Strom mit Ökoumlage und kaufen Getränke bei einem lokalen Händler, wodurch wir auf den Kauf von Wasserflaschen verzichten. Zum Drucken nutzen wir recyceltes Papier.

Ansonsten haben wir Mitte Mai die erste Schulung für Unternehmerische Nachhaltigkeit bei PAUL, gemeinsam mit einer Expertin von der Tuuwi (TU Umweltinitiative), gehalten. Den Teilnehmern wurden Ideen aufgezeigt, wie aktuell in der Wirtschaft Nachhaltigkeit aussehen kann und welche verschiedenen Konzepte es gibt. Von CSR (Corporate Social Responsibility), über Umweltmanagementsysteme und nachhaltiges Produktdesign, bis hin zur Vorstellung des gesetzlichen Rahmens war alles dabei. Unser Ziel war, dass jeder diese Basics kann, da später die meisten mit dem Thema in Berührung kommen werden. Und natürlich dient die Schulung auch dazu, das Thema präsenter zu machen. Als Verpflegung diente dabei Essen, das ansonsten im Müll gelandet wäre. Später erstellten wir einen kleinen Leitfaden mit dem Namen „Nachhaltigkeit im Alltag“, der in diesem Bereich Grundlagen vermittelt. Beispiele sind hier der Verzicht auf Konsum (Minimalismus) oder das Thema Mobilität – jeder Kurzflug in den Urlaub steht einer Bahnfahrt entgegen.

Warum ist Nachhaltigkeit so wichtig für eine Studentische Unternehmensberatung?

Es ist ein zukunftsrelevantes Thema. Es geht uns alle etwas an und jeder ist dort in der Verantwortung. Der nächsten Generation sollen die gleichen Chancen bereitgestellt werden. Dies wird aktuell nicht eingehalten. PAUL hat und hatte immer den Anspruch, eine Vorreiterrolle für gesellschaftliche und wirtschaftliche Problematiken zu sein. Dazu gehört auch das Thema Nachhaltigkeit. Potenziell sind bei PAUL spätere Führungskräfte wiederzufinden. Mir ist wichtig, dass diese Menschen, die später mehr Entscheidungsgewalt und Verantwortung tragen, auch über Nachhaltigkeit Bescheid wissen, um an gegebener Stelle Gutes zu bewirken.

Was motiviert dich persönlich, dich für Nachhaltigkeit einzusetzen?

Ich finde, eine der wichtigsten Fragen unserer Zeit ist, Lösungsansätze für die Umweltprobleme und den Klimawandel zu finden, damit der Mensch mit nötigen Ressourcen weiterleben kann. Mich motiviert auch extrem, den Verein strategisch zu verändern und weiterzuentwickeln.

Was würdest du Studierenden raten, die sich noch unsicher sind, ob PAUL die richtige Hochschulgruppe für sie ist?

Einfach vorbeikommen und sich umschauen. Gebt PAUL eine Chance, hier kann viel verändert werden. Hat man eine Idee, kann man diese umsetzen!

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