Von Tatendrang und Fluktuation- Personalentwicklung einer studentischen Unternehmensberatung

Die Arbeit in einer Studentischen Unternehmensberatung wie PAUL ist geprägt von Interdisziplinarität, Wissensdurst und dem unermüdlichen Drang, sich selbst und auch die Unternehmen weiterzuentwickeln, mit denen wir zusammenarbeiten. Da jeder Pauli aus freien Stücken und mit dem Ziel zu uns gefunden hat, genau diese Entwicklungen zu vollziehen, erleben wir eine unvergleichliche Arbeitsatmosphäre voller Energie und Tatendrang.

Karriere im Schnelldurchlauf

Dennoch bringt der Studentenstatus auch einige Herausforderungen mit sich. Eine der größten ist vermutlich die hohe Fluktuation der Vereinsmitglieder, die durchschnittlich nur etwa drei Jahre bei uns sind und danach ins Berufsleben einsteigen. Innerhalb dieser Zeit durchläuft ein Pauli einen ganz ähnlichen Karriereweg, wie man ihn auch in hauptberuflichen Beratungen finden kann, nur eben im Schnelldurchlauf. So übernehmen viele Paulis bereits nach etwa einem Jahr im Verein Verantwortung im Rahmen von Vorstands- oder Projektleiterposten. Innerhalb dieses ersten Jahres sammeln die Vereinsmitglieder also bereits unzählige Erfahrungen sowohl in der internen Vereinsarbeit als auch in der Zusammenarbeit mit Unternehmen, die sie für derartige Posten befähigen.

Wir stehen demnach jedes Semester aufs Neue vor der Aufgabe, möglichst vielen Studenten so schnell und effektiv wie möglich Wissen und praktische Erfahrung an die Hand zu geben, damit ebendieses trotz der starken Fluktuation im Verein bleibt. Die Personalentwicklung in einer studentischen Unternehmensberatung ist also ein spannendes Unterfangen, das vor allem die folgenden konkreten Herausforderungen bewältigen muss:

Herausforderung 1: Onboarding und Ausprobieren

Die Zeit für eine Onboarding-Phase neuer Vereinsmitglieder ist auf ein Minimum beschränkt, weil die Energie und der Einsatz der neuen Interessenten die wegfallenden älteren Paulis vom ersten Tag an auffangen müssen. Dies erfordert eine starke Bindung und Einbindung vom ersten Tag an, Eingewöhnungsphase und die erste Phase des aktiven Ausprobierens liegen meist parallel. Schnell übernehmen neue Paulis lösbare und dadurch motivierende Aufgaben innerhalb ihres Interessensgebietes, die in ihrer, dafür erforderlichen, Verantwortung sukzessive wachsen. Um auch eine menschliche Bindung an PAUL und die Paulis zu fördern und den Überblick über die komplexe Vereinsstruktur zu erleichtern, bekommt jeder Interessent in seinen ersten Wochen einen erfahrenen Pauli als Mentor an die Hand. Nach etwa einem Monat im Verein findet dann ein erstes umfangreiches „Mitarbeitergespräch“ mit Angehörigen des Personalressorts statt, in dem Interessen und Perspektiven evaluiert werden und gegenseitig Feedback eingeholt wird.

Herausforderung 2: Aneignung von Expertise

Fachliche Expertise in theoretischer Hinsicht bringen die einzelnen Paulis aus ihrem Studium mit. Geht es aber um die praktische Expertise, bleibt für deren Erwerb nicht viel Zeit. Das Studium schreitet oft schneller voran als gedacht, sodass ein Pauli nicht allzu viel Zeit hat, tatsächlich in Projekte mit Unternehmen zu arbeiten, bevor er den Verein wieder verlässt. Die Vermittlung der für die Projektarbeit essentiellen Grundlagen muss demnach so zügig und nachhaltig wie möglich erfolgen, um eine Wissensbasis zu schaffen. Dies erreichen wir über zahlreiche Schulungen von Projektmanagement bis Rhetorik, die sowohl fachliche (z. B. Excel) als auch zwischenmenschliche Fähigkeiten (z. B. Team- und Konfliktmanagement) fördern. In der Projektarbeit werden schließlich die einzelnen Fähigkeiten der Teammitglieder zu einem ausgedehnten Erfahrungsprofil kombiniert, mit dem die geforderten Aufgaben bewältigt werden können. Alle PAUL-Schulungen haben sich über die Zeit gut bewährt und wurden ständig weiterentwickelt, um nicht nur die Paulis auf ihrem Weg zu unterstützen, sondern das Wissen bei Interesse auch an externe Partner vermitteln zu können.

Herausforderung 3: Wissensmanagement

Verlässt ein erfahrener Pauli den Verein, besteht die Gefahr, dass mit ihm auch sein Wissen und seine Erfahrungen verloren gehen. Problematisch ist dabei weniger das Fachwissen, welches relativ problemlos dokumentiert werden kann, sondern vor allem das implizite und viel schlechter greifbare Handlungswissen. Zwar bestehen auch dahingehend Dokumentationsversuche konkreter Verhaltensweisen, jedoch ist eine effektive Weitergabe impliziten Wissens nur über den ständigen Austausch zwischen den verschiedenen Pauli-Generationen möglich. Dabei hilft uns ein einerseits aktives Alumninetzwerk, das in Projekten beispielsweise die sogenannten Coachrollen zur Beratung und Qualitätssicherung übernimmt. Zum anderen „erleben“ die Paulis sich gegenseitig im Umgang mit Kunden und bei der Bearbeitung verschiedener Aufgaben. Dabei arbeitet ein unerfahrenes Vereinsmitglied stets mit einem erfahrenen zusammen, um durch Beobachtung und Ausprobieren eigene Erfahrungen sammeln zu können.

Herausforderung 4: Abflachen der Lernkurven

Zählt man irgendwann dann zu den erfahrenen Paulis, flacht die Lernkurve spürbar ab, weil es immer weniger noch erfahrenere Vereinsmitglieder gibt. Vor allem zwischenmenschliche und fachübergreifende Lernerfahrungen müssen deshalb in dieser Phase gefördert werden. So übernehmen die erfahrenen Projektleiter in den Projekten oft weniger die operative Arbeit als eine koordinative Beratungs- und Managementfunktion für alle anderen Teammitglieder. Auch auf externe Partner greifen wir zwecks Wissensaustausch zurück, beispielsweise im Rahmen von Themenabenden.

Alle beschriebenen Maßnahmen zur Personalentwicklung haben sich über Jahre hinweg gebildet und werden auch weiterhin ständig verändert und entwickelt. So wird etwa in den folgenden Monaten das Mentorenprogramm erweitert, um u. a. den regelmäßigen Austausch, das ständige Ausprobieren und das gegenseitige Vertrauen noch weiter zu verstärken. Es entsteht die unvergleichliche PAUL-Atmosphäre und die Einsicht, dass manche Fehler auch einfach zweimal gemacht werden müssen, um den individuellen Lerneffekt zu erhalten.

Auch Sie haben Bedarf an einer Schulung für Ihre Mitarbeiter? Sie haben Interesse an einem Themenabend mit engagierten Studenten in Ihrem Unternehmen? Dann freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme unter kontakt@paul-consultants.de!

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